Verwaltungsratsmandate: Wie man es verdrehen kann
Unser wiederum nominierter Ständerat Koni Graber wurde in den letzten Tagen in verschiedenen Presseerzeugnissen als einer der Ständeräte mit den meisten VR-Mandaten bezeichnet. Man kommt offenbar auf deren 20 Mandate. Gestern Abend haben wir Koni Graber darauf angesprochen und erfahren, dass er nur vier Mandate innehat. Wie kommt dann die Presse auf das Mehrfache? Ganz einfach, sie zählt alle "Submandate" zusammen - und vielleicht auch noch Stiftungsratsmandate etc..
Die Unternehmenswelt hat sich etwas gewandelt. Häufig werden Aktivitäten in Tochtergesellschaften ausgelagert oder andere Firmen zugekauft. Wenn nun jemand wie Konrad Graber als Verwaltungsratspräsident der Emmi dann bei den Tochtergesellschaften der Emmi ebenfalls im VR sitzt, dann führt dies zu mehr VR-Mandaten, ist aber immer im Rahmen des Engagements für die Emmi.
Koni Graber hat seit Jahren ein Hauptmandat bei der BDO Visura und bezieht nur von dort Lohn. Die Tätigkeiten bei Emmi, bei CSS oder bei den Verkehrsbetrieben werden als Auftragsverhältnisse zwischen BDO und Unternehmen abgerechnet. Alle angeblichen 20 VR-Mandate stehen in direktem Zusammenhang mit einem der vier Mandate bei den erwähnten Unternehmen und dürfen deshalb nicht als eigenständige Mandate betrachtet werden. Wenn ein VRP auch noch im Stiftungsrat der hauseigenen Pensionskasse sitzt, gibt dies zwar zwei Sitze, aber ist nur die Folge eines einzigen Mandates.
Wer also sich aufregt oder darüber schreibt, sollte diesen Umstand bedenken.
